Depressionen bei Stars

Sie sind reich, schön und berühmt: Das Leben vieler Stars verläuft auf den roten Teppichen und vor den Blitzlichtern der Kameras. Doch nicht immer kann dabei hinter die aufgesetzte Fröhlichkeit der Prominenten geblickt werden. Wie es in ihren Seelen aussieht, ist zumeist nur wenigen Vertrauten bekannt.

Depressionen – das Laster der Stars
In den letzten Jahren häuften sich die Zahlen jener Prominenter, die sich aufgrund mentaler Probleme Hilfe suchten. Einige von ihnen wie etwa Catherine Zeta-Jones oder Jim Carrey fanden den Weg aus der eigenen Krise noch rechtzeitig. Anderen, wie dem im August 2014 aufgrund eines Suizids verstorbenen Komikers Robin Williams, war dieses Glück nicht beschieden. Neben den Depressionen lassen sich vielfältige seelische Leiden bei den Berühmtheiten dieser Welt finden: Die Abhängigkeit von Suchtmitteln, das Burn-out-Syndrom, gestörte Persönlichkeitsentwicklungen oder das Zerbrechen unter den Augen der Öffentlichkeit gehören hier zu den ständigen Begleitern eines Lebens, das so begehrenswert erscheint – und das doch mit einer extremen Fallhöhe verbunden ist.

Die charakterlichen Vorbedingungen sind entscheidend
Viele Künstler zeichnen sich dadurch aus, dass sie zur besonders intensiven Darstellung, zum Wandel der eigenen Persönlichkeit oder zur Wahrnehmung spezieller Details im Auftreten ihrer Rolle fähig sind. Die dafür notwendigen Eigenschaften liegen in einer stärker ausgeprägten Sensibilität. Tatsächlich ist insbesondere unter den bekannten Schauspielern die Zahl jener Menschen überraschend hoch, die auf äußere Einflüsse intensiver reagieren. Sie spüren positive wie negative Schwingungen deutlich einprägsamer, als das bei vielen anderen Menschen der Fall ist. Der Starruhm, das gleißende Blitzlicht, der Trubel um die eigene Person kann da schnell zu viel werden. Gelingt es nicht, mit der eigenen sensitiven Ader besonders sorgsam umzugehen, droht ein Zerbrechen des Charakters.

Ein Leben in der Öffentlichkeit
Insbesondere der Umstand, dass nahezu jeder Schritt des Stars beobachtet und bewertet wird, wirkt gefährlich. Wer sich nicht aus dem Haus begeben kann, ohne von Fotografen beengt zu sein, lebt nicht in Freiheit. Alltägliche Ereignisse wie der Einkaufsbummel, das gemütliche Sitzen im Café oder der Besuch in einem Kino sind nicht möglich, ohne erkannt zu werden. Dort der Schnappschuss der Paparazzi, da der Autogrammwunsch eines Fans. Mitunter ist bereits das zu viel. Daneben nimmt der Einfluss der Medien zu. Das Leben eines Prominenten wird mit allen Besonderheiten und Fehlern als Basis einer fragwürdigen Berichterstattung herangezogen. Musiker, Darsteller oder Sportler fühlen sich regelrecht in die Enge getrieben.

Geld alleine macht nicht glücklich
Ein weiteres Manko liegt bei vielen Betroffenen in ihrem fragilen sozialen Umfeld. Hier fehlt es häufig an Freunden und Bekannten, die den Star im Moment seines größten Ruhms erden, die ihn in den Zeiten des Misserfolges aber ebenso unterstützen und auffangen. Ein derartiger Rückhalt ist nur selten existent und die für jeden anderen Menschen normalen sozialen Bindungen bestehen hier lediglich aus Beratern und fragwürdigen Begleitern. Schnell zeigt sich jedoch, dass Geld, Bekanntheit und Auszeichnungen ein Leben nicht ausfüllen können. Der oft zitierte goldene Käfig umschreibt recht anschaulich, welch hohen Preis einige Prominente für ihren Erfolg bezahlen. Und aus dem es keine Rückkehr in ein gänzlich unbelastetes Dasein mehr gibt.

Der Kampf um wenige Plätze
Zugleich gilt es, die geringen verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen, um zur Elite zu gehören. Jeder Darsteller bewirbt sich mit zahlreichen Kollegen um eine Filmrolle. Jeder Sportler trainiert jahrelang, um im Kader eines Vereins vertreten zu sein oder den Startplatz bei einem Wettbewerb zu erhalten. Jeder Musiker will Texte und Töne treffen, die vor ihm noch niemand entwickelt hat. Das Streben nach immer besseren eigenen Leistungen ist in diesen Berufsgruppen daher besonders stark ausgeprägt. Ohne Rast und Ruhe wird gearbeitet, freie Momente gibt es zu selten. Nicht wenige Prominente zerbrechen an diesem Druck, das bei ihnen diagnostizierte Burn-out-Syndrom zählt zu den häufigsten mentalen Beschwerden.

Ohne Pausen geht es nicht
Immer öfter wird bei den Stars beobachtet, dass sie regelrecht von Termin zu Termin eilen. Stets bestrebt, sich nahe der Perfektion darzustellen. Der Umkehrschluss liegt aber in zu wenigen Auszeiten. Dem Betroffenen gelingt es nicht, das eigene Dasein zu hinterfragen, die individuellen Probleme zu erkennen und auf dieser Grundlage eine Verbesserung einzuleiten. Er wird vielmehr in einen Negativkreislauf gedrängt, aus dem er sich nicht befreien kann. Doch das auf diese Weise beschleunigte Leben kann schnell aus seinen Fugen geraten. Personen, die sich keine Pausen gönnen, um zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen, verlieren den Kontakt zu sich selbst.

Erleichterter Zugang zu Suchtmitteln
Daneben lässt es sich nicht leugnen, dass einem Prominenten der Zugriff auf Drogen und Alkohol erleichtert wird. Beispiele wie jene der beiden Musiker Kurt Cobain und Amy Winehouse zeigen eindrucksvoll, wie sehr das Betäuben eines sowieso schon zerbrechlichen Charakters die mentalen Probleme weiterhin anfachen kann. Denn viele Mittel, die einem normalen Bürger verwehrt bleiben, sind für die Stars deutlich einfacher erhältlich. Damit wird jedoch zugleich der Weg in die Abhängigkeit geebnet. Das eigene Leistungsvermögen sinkt, die eventuell schon vorhandenen mentalen Leiden nehmen zu, sämtliche ohnehin verstärkt wahrgenommenen Einflüsse wirken nunmehr regelrecht erdrückend. Was nützen Geld und Ruhm, wenn ein Leben unter solchen Voraussetzungen geführt wird?